Otto de Kat, Julia
Sommer 1981.
Christian Dudok ist tot.
Auf seinem Schreibtisch liegt eine vergilbte deutsche Zeitung vom 2. April 1942.
„Lübecker Generalanzeiger“ ist in Frakturschrift zu lesen. Ein Name im Artikel ist markiert: „Julia Bender“.
Was verbindet einen 65-jährigen niederländischen Industriellen mit einer Deutschen Frau, die im Jahr 1942 bei einem Bombenangriff ums Leben gekommen ist?
Wir ahnen es:
Als Christian Dudok Julia 1938 zum ersten Mal in Lübeck begegnet verliebt er sich unsterblich in sie.
Julia ist im Widerstand gegen Hitler aktiv.
Christians Gedanken kreisen unentwegt um sie und um die Gefahr, die Julia permanent umgibt.
Wir blicken in Christian Dudoks männliche Gedankenwelt. Rational – unliebsame Gedanken unterdrückend und doch unglaublich tief bewegt.
Wir ahnen seine Hilflosigkeit in einer Zeit, in der nichts mehr sicher zu sein scheint. Und wir erleben seine Scham, nichts getan zu haben, - damals in Lübeck.
Otto de Kat’s „Julia“ ist ein wunderschön trauriger Roman über Liebe und Verlust für alle Liebhaber der niederländischen Melancholie eines Maarten `t Hart oder Cees Nooteboom.




