Jeannette Walls, Ein ungezähmtes Leben
Für mich der schönste und berührendste Schmöker dieses Bücherfrühlings!
In „Ein ungezähmtes Leben“ lässt die amerikanische Schriftstellerin Jeanette Walls ihre Großmutter Lily Casey ihre eigene Lebensgeschichte erzählen. Lily Casey wird Anfang des 20. Jahrhunderts auf einer Farm in West Texas geboren, zu einer Zeit, als der Westen der USA wirklich noch „wild“ war. Lily ist ein ungewöhnliches Mädchen, stark und zäh, ein Wildfang. Sie gleicht mit ihrem Mut und ihrer Willensstärke schon als Kind oft die Launen und Defizite ihrer eher schwachen Mutter aus, packt bei der Farmarbeit mit an und reitet Pferde zu. Dieses Anderssein und ihre Unbezähmbarkeit werden sich durch Lilys ganzes Leben ziehen, egal, ob sie als junge Aushilfslehrerin arbeitet, am College büffelt, oder sich als Pokerspielerin und Schnapsschmugglerin durchschlägt.
„Hoffe das Beste und rechne mit dem Schlimmsten“ – Dieser Rat, den Lily Casey von ihrem Vater als junge Frau bekommt, ist symptomatisch für ihr wildes, eigensinniges Leben.
Und es ist ein großes Lesevergnügen, diese Heldin auf ihrem Weg durch alle Höhen und Tiefen zu begleiten. Wir leiden mit bei ihren schlimmsten Schicksalsschlägen, lachen mit ihr über skurrile Begegnungen im „Wilden Westen“ und freuen uns mit ihr, als sie endlich ihr privates Glück findet. Wunderschön!
Jeanette Walls wurde in Phoenix, Arizona, geboren. Sie studierte am Barnard College und arbeitete über zwanzig Jahre als Journalistin in New York. 2006 erschien ihr Debüt „Schloss aus Glas“, das zum internationalen Bestseller avancierte.




