Hans-Josef Ortheil, Die Erfindung des Lebens
In diesem neuen Roman von Hanns Josef Ortheil hält der Protagonist Johannes Rückschau auf sein Leben vom dreijährigen Kind bis zum jungen Erwachsenen. Nachdem seine Mutter nach einem schweren Schicksalsschlag
- ihre ersten vier Söhne sind vor der Geburt Johannes’ gestorben- stumm geworden ist, verliert er selbst auch als dreijähriger die Sprache. Durch diese Gemeinsamkeit wachsen Mutter und Sohn sehr eng zusammen und entwickeln Strategien, wie sie trotzdem mit dem Alltag klar kommen.
Durch viel Einfühlungsvermögen und Hartnäckigkeit gelingt es Johannes Vater, dieses enge Verhältnis aufzubrechen und seinen Sohn nach und nach wieder ins Leben zurückzuführen. Johannes lernt Klavier spielen mit unglaublicher Begabung und geht zum Studieren ans Konservatorium in Rom- wo er gesundheitlich an seine Grenzen gerät und sich wieder neu orientieren muss.
Hanns Josef Ortheil musste sein Leben für diesen Roman nicht völlig neu erfinden, da er stark autobiografisch ist. Auch er verlor aus gleichen Gründen wie Johannes seine Sprache, auch er wollte in Rom Pianist werden
um letztendlich Schriftsteller zu werden –wie Johannes.
Wer schon etwas von Ortheil gelesen hat wird auch in diesem Buch wieder von seiner Erzählkraft und seinem Optimismus begeistert sein, denn trotz der tragischen Vergangenheit ist die „Erfindung des Lebens“ kein trauriges Buch, sondern ein sehr tröstliches- und mit Happy End.
Wer aber noch keins von ihm gelesen, der freue sich auf einen großartigen Erzähler, dem man sich nur schwer entziehen kann.




