Carsten Jensen, Rasmussens letzte Reise
Im letzten Jahr habe ich Ihnen hier Carsten Jensens Roman „Wir ertrunkenen“ vorgestellt. Und nun schon wieder ein Buch von diesem dänischen Autor, von dem ich bis vor zwei Jahren noch nichts gehört hatte.
Dieses Mal also „Rasmussens letzte Reise“.
Sie führt nach Grönland, aber soweit sind wir noch nicht.
Carls Rasmussen ist Landschaftsmaler. Ein hungernder armer Tropf, wie viele Künstler in Dänemark Mitte des 19. Jahrhunderts.
Aber Rasmussen hat eine ganz klare Idee von seiner Kunst.
Uns die Schönheit der Natur zeigen, sie zu bewahren, ausschließlich dazu dient die Kunst.
Und diese unversehrte Schöpfung findet er auf Grönland.
Zeit seines Lebens träumt er davon dorthin zurückzukehren und noch einmal diese Landschaft zu erleben.
Carl Rasmussen wird ein angesehener Maler, der in der königlichen Akademie ausstellt und von seiner Kunst leben kann. Aber er bleibt in seinem starren Denken verhaftet.
Selbst als er Gaugin in Kopenhagen trifft und dort die Portraits in hell leuchtenden Farben sieht, will er den Wandel in der Kunst nicht erkennen.
„Rasmussens letzte Reise“ ist ein eindrucksvoller Roman über die Malerei und das 19. Jahrhundert.
Und über das Bewahren des Bewährten in einer sich ständig wandelnden Zeit.




